Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen

Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) GPK fordert Verrechnung der kantonalen Raumkosten

4. Mai 2021 – Medienmitteilung

Mit der Einführung eines internen Verrechnungsmodells für die Mietkosten sollen die Direktionen und Ämter für ihren Raumbedarf finanziell mehr Verantwortung übernehmen. Das empfiehlt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates dem Regierungsrat. Denn als Besteller beziehungsweise Nutzer haben sie heute kaum Anreize, sich für günstige Raumlösungen einzusetzen. Das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse der GPK bei ihrer Untersuchung der Situation im Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG). Die Kommission hat den entsprechenden Bericht zur Behandlung in der Sommersession verabschiedet.

Nachdem die GPK das AGG 2015 besucht und insgesamt einen guten Eindruck erhalten hatte, musste sie nur wenige Jahre später feststellen, dass das Amt mit verschiedenen Problemen zu kämpfen hat. Exemplarisch dafür stand der Entscheid im Herbst 2019, die Ausschreibung für eine Totalunternehmung für den Campus Biel zu sistieren. Der externe Bericht über die Gründe für das Scheitern und weitere Berichte zum AGG veranlassten die GPK im August 2020, das gesamte AGG zu durchleuchten und der Frage nachzugehen, was in Bezug auf das Amt schiefgelaufen war und wo aus Sicht der Oberaufsicht Handlungsbedarf besteht (vgl. Medienmitteilung vom 14. August 2020).

Kein Anreiz für kostengünstige Lösungen

Die Abklärungen der GPK zeigen, dass die Gründe für die Probleme im Amt vielschichtig sind. Dringender Handlungsbedarf besteht nach Auffassung der Kommission in Bezug auf das Rollenverständnis des AGG. Dieses baut und bewirtschaftet Liegenschaften in den seltensten Fällen für sich selbst, sondern tut dies primär für andere Direktionen. Dabei entsteht ein Spannungsfeld: Auf der einen Seite hat das AGG die Aufgabe, den Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer fristgerecht umzusetzen und zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig machte es sich das AGG aber auch zur Aufgabe, den Bedarf für Immobilien und Räume in Bezug auf die Kosten und die Wirtschaftlichkeit kritisch zu hinterfragen. Dies vor allem deshalb, weil Bestellerinnen und Besteller beziehungsweise Nutzerinnen und Nutzer von Raumressourcen diese Aufgabe nicht ausreichend wahrgenommen haben. Denn sämtliche Liegenschaftskosten fallen beim AGG an. Es besteht somit kaum ein Anreiz für kostengünstige und wirtschaftliche Lösungen. Aus diesem Grund empfiehlt die GPK dem Regierungsrat in ihrem Bericht an den Grossen Rat die Einführung eines Mietkostenverrechnungsmodells, um so die Kostentransparenz und das Kostenbewusstsein zu erhöhen.

Fast alle zwei Jahre Wechsel an Amtsspitze

Handlungsbedarf besteht beim AGG auch in personeller Hinsicht. Die Anzahl Mitarbeitende ist in den letzten Jahren gesunken, obwohl die Zahl der komplexen Grossprojekte, die das AGG stemmen muss, stark gestiegen ist. Das führte dazu, dass immer mehr Aufgaben an externe Unternehmungen ausgelagert werden mussten. Parallel dazu gab es im Amt eine hohe Fluktuation, auch und gerade in der Führung. Das hatte nach Einschätzung der GPK zur Folge, dass grundlegende Umstrukturierungen gar nie zu Ende geführt werden konnten. Deshalb empfiehlt die GPK dem Regierungsrat, die personellen Ressourcen des AGG dem aktuellen Arbeitsaufwand anzupassen. Zudem soll der Regierungsrat darauf hinwirken, dass die Zahl der externen Leistungserbringer soweit als möglich reduziert werden kann und das entsprechende Knowhow intern aufgebaut werden kann.

Unterschiedliche Kulturen innerhalb eines Amtes

Verbesserungspotenzial hat die GPK auch im Bereich der Organisation erkannt. Der GPK hatte den Eindruck, als würden im AGG noch immer die zwei ehemaligen Ämter, die frühere Liegenschaftsverwaltung und das frühere Hochbauamt, fortbestehen. Zwischen den Abteilungen «Immobilienmanagement» und «Bauprojektmanagement», wie sie heute heissen, fand der nötige Austausch nur beschränkt statt. Die GPK empfiehlt darum, die Abteilungen durchlässiger zu machen und für eine einheitliche Amtskultur zu sorgen.

Die GPK beantragt dem Grossen Rat, von ihrem Bericht in der Sommersession Kenntnis zu nehmen. Um die Forderung nach einer internen Kostenverrechnung zu bekräftigen, hat die GPK zudem eine Kommissionsmotion eingereicht.

Zum Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) (PDF, 286 KB, 19 Seiten)

Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen


Weitere Informationen



Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.gr.be.ch/gr/de/index/gr/gr/aktuell.html