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Finanzkommission Kommission stimmt Informatikkrediten zu

16. November 2020 – Medienmitteilung

Die Finanzkommission (FiKo) empfiehlt dem Grossen Rat einstimmig in der kommenden Wintersession die Annahme von 14 Informatikkrediten mit einer Gesamtsumme von 428,1 Millionen Franken. Die Kredite wurden im zuständigen Ausschuss eingehend geprüft. Die Aufgaben und Anforderungen an die Verwaltung nehmen stetig zu und können nur mit einer leistungsfähigen Informatik bewältigt werden. Die Kommission erwartet, dass die Informatikkosten mittelfristig stabilisiert werden können.

Die FiKo hat die Geschäfte intensiv geprüft und allen Direktionen schriftliche Fragen zu ihren Krediten gestellt. Die Antworten umfassen 69 A4-Seiten. Danach wurden Delegationen der Direktionen zu Gesprächen des zuständigen Ausschusses eingeladen, an denen die Kredite vertieft geprüft und diskutiert wurden.

Kredite für die Grundversorgung

In der ICT-Grundversorgung beantragt der Regierungsrat nur noch für die Bildungs- und Kulturdirektion sowie die Bau- und Verkehrsdirektion (kleine) eigene Kredite. Für die restliche Verwaltung ist die Finanzdirektion bzw. das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (KAIO) zuständig und verwaltet auch die gesamten Mittel für die ICT-Grundversorgung. Der kantonale Arbeitsplatz (Workplace), die Drucker, Netzwerke usw., die von allen kantonalen Mitarbeitenden genutzt werden, werden vom KAIO gesteuert. Die Kosten des einjährigen «KAIO-Kredits» steigen im Vergleich zum letzten Jahr um 6,4 Prozent. Hauptgrund dafür ist ein neuer Vertrag mit der Bedag Informatik AG, der zusätzliche Leistungen beinhaltet sowie Leistungen berücksichtigt, welche bis anhin bereits von der Bedag erbracht, aber nicht abgerechnet wurden. Zurzeit wird ein Benchmark zum kantonalen Workplace durchgeführt, und gestützt auf die Ergebnisse werden Optimierungsmassnahmen geprüft werden.

Kredite für Fachapplikationen

Für die Fachapplikationen sind weiterhin die Direktionen verantwortlich, weshalb für jede Direktion ein separater, mehrjähriger Kredit beantragt wird. Die verstärkte Zentralisierung zahlt sich auch in diesem Bereich aus: So konnten dank der verbesserten Übersicht, welche Applikationen wo vorhanden sind, rund 380 Applikationen ersatzlos gestrichen werden und 240 weitere wurden harmonisiert, also zusammengeführt. Trotzdem steigen die Kosten im Vergleich zur letzten Periode fast überall an. Die Mehraufwendungen konnten jedoch plausibel begründet werden. In praktisch allen Bereichen steigen die Anforderungen an die Verwaltung (Mengenausweitung, Zunahme der Komplexität, höhere Qualitätsansprüche, höhere Sicherheitsansprüche, neue Digitalisierungsvorhaben). Damit diese höheren Anforderungen ohne zusätzliches Personal erfüllt werden können, ist es unabdingbar, über stabile und leistungsfähige Informatiksysteme zu verfügen. Der technologische Fortschritt ist ungebrochen hoch und einmal eingeführte Systeme veralten rasch, wenn sie nicht permanent auf dem neusten Stand gehalten werden. Mit der Strategie Digitale Verwaltung und der Aktualisierung der ICT-Strategie für die Jahre 2021 bis 2025 sind Regierung und Verwaltung sehr aktiv. Zudem hat die Coronavirus-Krise gezeigt, dass die Durchhaltefähigkeit der Verwaltung mit einer leistungsstarken Informatik auch im Homeoffice sichergestellt werden kann.

Informatik unter Beobachtung der Politik

Die Informatik im Kanton Bern ist seit mehreren Jahren unter besonderer Beobachtung der Politik. 2014 wurde der Bericht zur «Unabhängigen Prüfung der Informatik des Kantons Bern» (UPI) veröffentlicht, der umfassendes Verbesserungspotential offenbarte. Der Regierungsrat startete in der Folge das Programm «IT@BE», dessen Strategie die konsequente Standardisierung, Zentralisierung und verwaltungsweite Steuerung der ICT zum Ziel hatte, sowie den Aufbau eines obersten Informatik-Steuerungsorgans und die Verbesserung des Kostenmanagements. Man schätzt die bisherigen Einsparungen auf rund 7 Millionen Franken pro Jahr. 2021 wird das Programm abgeschlossen, bis dahin werden jährliche Einsparungen von rund 14 Millionen Franken erwartet.

Die FiKo beantragt trotz der allgemeinen Kostensteigerung einstimmig die Annahme der Kredite. Die FiKo erwartet aufgrund der Prognosen, dass die Kosten in den nächsten Jahren – insbesondere nach der Realisierung des ERP-Grossprojekts, das mit hohen Investitionen verbunden ist –  stabilisiert werden können. Die FiKo wird die Entwicklung auch in Zukunft eng begleiten.

Zusatzkredit NeVo/Rialto

Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft entwickeln zusammen mit der Swisscom ein neues System zur Vorgangsbearbeitung. Sie soll eine medienbruchfreie Bearbeitung von der Erstaufnahme der Fälle durch die Polizei bis zum Abschluss der Verfahren durch die Staatsanwaltschaft ermöglichen. In diesem Massengeschäft, das die tägliche Arbeit jeder Polizistin und jedes Staatsanwalts erleichtern soll, werden grosse Effizienzsteigerungen erwartet und viele bestehende Programme abgelöst. Es handelt sich um ein schweizweites Pilotprojekt, bei dem nun zusätzliche Funktionalitäten eingebaut werden müssen, was den Zusatzkredit auslöste. Die FiKo hat sich überzeugen lassen, dass die Mehraufwendungen zur Erreichung der angestrebten Effizienzgewinne nötig sind, weshalb sie dem Geschäft zustimmt. NeVo/Rialto soll im nächsten Jahr eingeführt werden. Das System hat zudem das Interesse anderer Kantone geweckt, die es eventuell ebenfalls übernehmen.

Informatik-Kredite für die Wintersession 2020

Grundversorgung Kosten pro Jahr  Kreditsumme total

Gesamttotal

 

428.1 Mio.

FIN/KAIO – Rahmenkredit 2021

110.3 Mio.

110.3 Mio.

BKD - Rahmenkredit 2021

0.7 Mio.

0.7 Mio.

BVD - Rahmenkredit 2021

0.6 Mio.

0.6 Mio.

TOTAL

111.6 Mio.

111.6 Mio.

     

Fachapplikationen

Kosten pro Jahr (Durchschnitt)

 

FIN - Rahmenkredit 2021-23

26.9 Mio.

80.7 Mio.

GSI - Rahmenkredit 2021-23

7.9 Mio.

23.6 Mio.

SID (ohne Kapo) - Rahmenkredit 2021-23

9.0 Mio.

26.9 Mio.

WEU - Rahmenkredit 2021 -23

7.8 Mio.

23.3 Mio.

DIJ - Rahmenkredit 2021-23

12.9 Mio.

38.6 Mio.

BKD - Rahmenkredit 2021-23 

5.7 Mio.

17.0 Mio.

BVD - Rahmenkredit 2021-23 

2.8 Mio.

8.4 Mio.

STA - Rahmenkredit 2021-23

0.8 Mio.

2.3 Mio.

JUS - Rahmenkredit 2021-23

(Vorberatung durch die Justizkommission)

5.0 Mio.

15.0 Mio.

TOTAL

78.6 Mio.

235.8 Mio.

     

Kapo - Rahmenkredit 2021-23 für Grundversorgung und Fachapplikationen zusammen

23.7 Mio.

71.1 Mio.

Projekt NeVo/Rialto – 3. Zusatzkredit

 

5.5 Mio.

DIJ-Zusatzkredit zum Rahmenkredit 17-20

 

4.1 Mio.

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